Das SBGG - ein neurotisches Gesetz
Die Befürworter des SBGG verschweigen jedoch die tatsächliche körperliche Angeborenheit der originären Transsexualität. Die Studien, die Prof. Dr. Dick Swaab und Co. im Herbst/Winter der 1995er durchgeführt haben und die daraus resultierenden Ergebnisse, werden bewußt geflissentlich unter den Teppich gekehrt.
Im Jahre 2006 wurden bei einer Studie in der Uniklinik Essen mittels fMRT die Erkenntnisse von Prof. Dr. Dick Swaab und Co. erweitert.
https://www.aerztezeitung.de/Panorama/fMRT-zur-Diagnose-bei-Transsexualitaet-geprueft-384129.html
(Leider werden hier die originär transsexuellen Frauen fälschlicherweise als transsexuelle Männer bezeichnet)
2018 dann die belgisch-niederländische Studie rund um Dr. Julie Bakker:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39029340/
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0018506X24001260
https://www.ese-hormones.org/media/ei0psrhz/transgender-brains-are-more-like-their-desired-gender-from-an-early-age.pdf
https://www.bioscientifica.com/news/press/transgender-brains-are-more-like-their-desired-gender-from-an-early-age/
https://www.queer.de/detail.php?article_id=31225
https://www.aerzteblatt.de/archiv/transidentitaet-bei-kindern-und-jugendlichen-im-falschen-koerper-geboren-02dd3a40-c714-46e4-9841-e719a7d9fd01
Allein aufgrund der eindeutigen Ergebnisse dieser Studien ist das SBGG ein reiner Hohn und Spott für originär transsexuelle Menschen.
Anmerkung: In den 1960er/70er‑Jahren konnte man im klinischen Alltag noch nicht ins Gehirn schauen. Ärzte mussten deshalb psychologisch arbeiten. Sie haben bei Menschen, die sich dauerhaft im „anderen“ Geschlecht erlebten, zuerst alles andere abgeklärt:
– ab wann dieses Erleben vorhanden war (sehr früh vs. erst spät),
– ob es über viele Jahre stabil blieb,
– ob andere psychische Erkrankungen (z.B. Psychosen, schwere Neurosen) eine plausiblere Erklärung lieferten,
– und ob nicht vor allem sexuelle Motive im Vordergrund standen.
(Dinge, die man damals teils als „Fetischismus“ psychiatrisch etikettiert hat, würden wir heute eher als sexuelle Vorlieben einordnen. Für die Indikation einer geschlechtsangleichenden Behandlung war und ist aber wichtig, solche rein sexualbezogenen Konstellationen von einer angelegten, binären Transsexualität zu unterscheiden – entsprechend wurden Fetisch‑Konstellationen in den Begutachtungen herausgefiltert).
Wenn all das erfüllt war – sehr früher Beginn, über Jahre stabil, keine andere Störung als Hauptursache, kein rein sexueller Fokus und keine „Heilung“ durch Psychotherapie –, sprach man von „konstitutioneller“ oder „genuiner“ Transsexualität: also einer angelegten, nicht erst später entstandenen Variante; ein früher Beginn des Erlebens war dabei ein wichtiges Kriterium, allerdings nicht im Sinne von „früh begonnen = früh transitioniert“, sondern im Sinne der ersten bewussten Erinnerungen.
Neuere Hirn‑Studien (z.B. Swaab, Diamond, Gizewski) stützen dieses Bild im Nachhinein: Sie finden bei solchen „klassischen“ Fällen in bestimmten Hirnarealen eher das Muster des gewünschten Geschlechts. Die alte klinische Unterscheidung „von Anfang an so“ versus „später reaktiv/konfliktbedingt“ bekommt damit eine neurobiologische Plausibilität.
Die damalige „konstitutionelle/genuine Transsexualität“ war definiert als früh beginnende, über Jahrzehnte stabile, eindeutig binäre Zugehörigkeit mit starkem Wunsch nach körperlicher Angleichung. Non‑Binäre und viele Transgender‑Personen beschreiben dagegen gerade keine klare binäre Zugehörigkeit, oft wechselnde oder zwischengeschaltete Identitäten, und nicht zwingend einen vollständigen OP‑Fokus.
Im Raster der damaligen Gutachterlogik wären sie deshalb typischerweise nicht in den „konstitutionellen/genuinen“ Kernfall eingeordnet worden, sondern – je nach Ausprägung – eher in eine zweite Schiene (reaktiv, rollensuchend, identitätsbezogen), also näher an dem, was im niederländischen Bericht als „neurotische“ oder nicht von Geburt an feststehende Entwicklung beschrieben wird.

