Inhaltsverzeichnis   Druckansicht  

Annäherung von Schild- und Ringknorpel (Titanplatten)

Startseite > Geschlechtsangleichung > Stimme > Stimme Frauen > Cricothyroidopexie

Cricothyroidopexie


Durch eine Erhöhung der Spannung der Stimmbänder wird bei dieser Methode, ähnlich wie beim Spannen einer Gitarrenseite, eine Anhebung der Tonhöhe erzielt. Die Stimmbänder selbst werden dabei nicht angetastet, was das Risiko von Heiserkeit oder Stimmverlust drastisch verringert.

Die Cricothyroidopexie nutzt das Prinzip der passiven Spannung der Stimmbänder durch einen Muskel, der die Stellung des Ringknorpels (Cricoid) und des Schildknorpels (Thyroid) zueinander reguliert. Zunächst erfolgt ein möglichst kleiner Hautschnitt in einer Halsfalte über dem Adamsapfel. Dann werden die beiden Knorpel angenähert, zusammengedrückt und in dieser Lage mit Drähten starr verbunden, sodaß die Stimmbänder ständig angespannt bleiben. Durch die hohe Belastung besteht das Risiko einer späteren Lockerung durch Ausreissen der Drahtverbindungen aus dem Knorpel. Um dieses zu verringern gibt es eine alternative Operationsmethode, bei der die Drahtnähte über Titanplatten geführt und fixiert werden.

Um das Operationsergebnis nicht zu gefährden sollte man in den ersten Tagen nach dem Eingriff am besten gar nichts, jedenfalls aber so wenig wie möglich, sprechen und eher breiige Nahrung zu sich nehmen. Mit Schluckbeschwerden ist jedenfalls zu rechnen. Nach ungefähr einer Woche sind die Nähte verheilt und man kann wieder wie gewohnt essen.

Durch die gesteigerte Spannung der Stimmbänder ergibt sich eine Erhöhung der Sprechstimme. Gleichzeitig kann man die unteren Stimmlagen nicht mehr benutzen. Mit der Singstimme kommt man einfach nicht mehr tiefer hinunter. Eine Erhöhung der Singstimme nach oben ist damit aber leider nicht verbunden, der Stimmumfang wird also reduziert. Die Modulationsfähigkeit geht zwar nicht verloren, sie wird aber doch einigermaßen reduziert. Auch die Kontrollierbarkeit der Stimme wird in Mitleidenschaft gezogen, man neigt dazu, die Töne nicht mehr so genau zu treffen. Wer gerne singt sollte sich darüber im klaren sein, daß nach einer solchen Operation entsprechende Einschränkungen zu erwarten sind.

In der ersten Zeit nach der Operation hat man unter Umständen eine unnatürlich hohe Stimme. Das normalisiert sich aber nach einigen Wochen. Sprechen über einen längeren Zeitraum ist anfangs anstrengend und will geübt sein. Schon allein deshalb empfiehlt sich eine Logopädie im Anschluß an die Operation. Vor allem wenn man bereits Versuche unternommen hat, die Stimme mit natürlichen Methoden zu erhöhen, dauert es einige Zeit, bis man diesen eventuell bereits internalisierten Automatismus wieder verlernt hat. Ein Hochziehen der Stimme ist dann nämlich nicht mehr notwendig - im Gegenteil, man strengt dadurch den Sprechapparat unnötig an, was zu einer Art "Muskelkater im Kehlkopf" führen kann.

Üblicherweise fällt die nach etwa drei Monaten erreichte Sprechstimmhöhe dann noch um ein bis zwei Halbtöne ab. Das Erreichen der endgültigen Höhe der Stimme kann bis zu einem Jahr dauern.


Aus dem Artikel  "Operative Stimmerhöhung bei Mann-zu-Frau Transsexuellen" der HNO-Klinik Halle-Wittenberg geht hervor, dass die Ergebnisse durchaus mit Skepsis betrachtet werden können. Es wurden 59 Patientinnen über einen Zeitraum von ein bis sieben Jahre nach der Operation beobachtet.

Die Erhöhung der Stimme betrug bei 42% 6 Halbtöne oder mehr, bei 32% 3-5 Halbtöne, bei 19% 1-2 Halbtöne, bei 3,5% gab es keine Erhöhung und bei 3,5% kam es sogar zu einer Vertiefung der Stimme.

Bei zehn Patientinnen mussten aufgrund eines späteren Absinkens der Stimme nach durchschnittlich 13 Monaten Nachoperationen vorgenommen werden, die nur bei drei Patientinnen zu einer Erhöhung um 1-2 Halbtöne führten.






 

  • Unter Cricothyroidapproximation (CTA) versteht man klassisch das chirurgische „Annähern“ (Approximation) von Ringknorpel (Cricoid) und Schildknorpel (Thyroid) durch Nähte, um die Stimmlippen zu spannen und dadurch die Sprechstimmlage anzuheben.

  • Cricothyroidopexie beschreibt ebenfalls die operative Fixation dieser beiden Knorpel gegeneinander (‚Pexie‘ = Anheftung/Fixierung), wird in der Literatur teilweise als modifizierte Form der Isshiki‑CTA geführt und kann sich auf Varianten mit Miniplatten statt alleiniger Nähte beziehen.

 

 

 

Weiter zu:

 

 

Angelegt am: 08.02.2026

News

 

24.07.25: Verfassungsbeschwerde und Unberührtenklage online

Hier gehts lang. >klick<

 

07.06.25: Komplettes SBGG und weitere Erklärungen online

Wir haben keinerlei Anstrengungen gescheut und das komplette SBGG mit seinen insgesamt 13 Artikeln (nicht nur Artikel 1 der von Google leicht gefunden wird) suchmaschinentauglich online gestellt, in der Hoffnung, daß Google auch den wichtigen Artikel 4 des SBGG findet und auflistet.

 


Neurointersexualität / Neurointersexuelle Körperdiskrepanz (NIBD)
Eine Zusatz-Bezeichnung, die gerne von manchen originär transsexuellen Menschen benutzt wird, um sich von der inflationären Benutzung des Begriffes "Transsexualität", welche durch die genderorientierte Trans*-Community, aber auch durch die Medien getätigt wird, abzugrenzen. NIBD-Betroffene wollen einfach nicht mit anderen Phänomenlagen, die entweder nur ein Lifestyle, Rollenproblem oder sexueller Fetisch sind, verwechselt und/oder in einen Topf geworfen werden. Die Bezeichnung NIBD bezieht sich auf die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Haupt.

 


Neurointersexuality / Neurointersexual Body Discrepancy (NIBD)
An additional term which is often used by originally transsexual people to differentiate themselves from the inflationary use of the term "transsexuality" by the gender-oriented trans* community, but also by the media. NIBD patients simply do not want to be confused and/or lumped together with other phenomena that are either just a lifestyle, role problem or sexual fetish. The term NIBD refers to the scientific work of Dr. Haupt.

 

 

 

 


Transgender - Transidentität
Transgender hadern hauptsächlich mit der sozialen Geschlechterrolle (gender), die ihnen seitens der Gesellschaft und kulturellen Konventionen aufgedrückt wird. Einen körperlichen Leidensdruck, wie ihn originär transsexuelle Menschen (NIBD) verspüren, ist bei ihnen nicht gegeben. Gerne und immer wieder wird, auch von Fachleuten, Transgenderismus mit originärer Transsexualität verwechselt.
Transidente hadern mit ihrer Identität als Mann oder Frau. Dieses Problem ist rein psychisch bedingt, einen körperlichen Leidensdruck, wie ihn originär transsexuelle Menschen (NIBD) verspüren, ist bei ihnen ebenfalls nicht gegeben. Auch hier wird das Phänomen gerne mit originärer Transsexualität verwechselt.

 


Transgender - Transidentity
Transgender people mainly struggle with the social gender role (gender) that is imposed on them by society and cultural conventions. They do not experience the kind of physical distress felt by originally transsexual people (NIBD). Transgenderism is often and repeatedly confused with original transsexuality, even by experts.
Transident people struggle with their identity as a man or a woman. This problem is purely psychological; they do not experience the kind of physical suffering that original transsexual people (NIBD) do. Here too, the phenomenon is often confused with original transsexuality.

« vorige Seite Seitenanfang nächste Seite »